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über die Eröffnung von
Dieter Mammels
Ausstellung "Die Bank"
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Under Deep Water
Osthaus Museum Hagen
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Tayfun Belgin
Direktor Osthaus Museum Hagen
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Reutlinger Generalanzeiger
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Dr. Christoph Schreier
Stellv. Direktor
KUNSTMUSEUM BONN
zur Ausstellung
"family works"
Dieter Ronte
Direktor
Kunstmuseum Bonn
Vorwort zum Katalog
" family works"
p r e v i o u s
1998
Tagesspiegel
1998
TIP Berlin
13. Oktober 1998
Stuttgarter Zeitung
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Der Tagesspiegel
1995
Stuttgarter Zeitung

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»Tiefer Schlaf«

Dieter Mammel kehrt für eine Ausstellung nach Reutlingen zurück
Dieter Mammel kehrt mit der Schau »Tiefer Schlaf« in der Kunstmuseums-Galerie nach Reutlingen zurück

REUTLINGEN. Ein Künstler, der auszieht, ist nichts Ungewöhnliches: nach Stuttgart, nach Berlin, nach Frankfurt. Jetzt kehrt der 1965 in Reutlingen geborene Dieter Mammel mit seinen Arbeiten wieder in die Heimat zurück, zum zweiten Mal. Das Kunstmuseum hat ihm eine Ausstellung mit dem Titel »Tiefer Schlaf« gewidmet. Am heutigen Freitagabend ist Eröffnung in der Kunstmuseums-Galerie im Souterrain des Kunsthauses an der Eberhardstraße, das neuerdings »Wandel-Hallen« heißt. Während sich die Kunstmuseums-Galerie bis vor Kurzem noch »Städtische Galerie« nannte.

Der Künstler Dieter Mammel ist eine Menge: Maler, Zeichner, Videofilmer, ein wenig Bildhauer und Bastler. Vor allem aber ist er Holzschneider und fühlt sich natürlich auch HAP Grieshaber verbunden, dem er in jungen Reutlinger Jahren noch begegnet ist, als einem ersten großen Inspirator. Aber auch Caravaggio geistert durch die hellen Katakomben, Manet oder der moderne Archaiker und Symbolist Ferdinand Hodler – und natürlich die eigene Familie, im Film wie im fotografischen Taufmotiv der »Amöbe«.

Tauftextil als Zellhaufen

Es handelt sich da um ein Bild aus dem Familienalbum, das den Künstler als frisches Menschenkind mehr verhüllt als erkennbar zeigt, in den Armen seines Onkels. Dieses gesteppte Taufkleid-Textil hat Dieter Mammel zu einem privaten Symbol aufgeladen. Er hat es zu einer Art Zellhaufen verdichtet, der einerseits in einem gespiegelten Holzschnitt auftauchen kann, aber auch als Hauptfigur in jenem surrealistischen Heimatfilm, der in einer neuen Doppel-Fassung gezeigt wird.

Der textile Zellhaufen wird in Lauterach verbrannt, dem Familienort auf der Schwäbischen Alb. Für diese Videoinstallation (»family works«) hat Mammel zwei uralte Fernsehgeräte entkernt und innen mit modernen Bildschirmen wiederbelebt. Von einem Sofa aus den Kindertagen des Fernsehens aus lässt sich die doppelte familien-archäologische Video-Installation von 20 Minuten Spielzeit bequem beobachten.

Wie das Feuer ist auch das Wasser wichtig, schon allein durch eine bevorzugte Technik Mammels: Auf nasser Leinwand gibt er ikonische Bilder wieder, monochrom mit Tusche oder Acrylfarbe »al fresco« in den Untergrund gezeichnet, in dieser leicht fließenden, verschwimmenden Unterlage. Er habe sie, sagt Mammel, nicht etwa – wie bei vielen Künstlern üblich – als Fotografien auf die Leinwand projiziert und deren Umrissen entlang bemalt, sondern ganz aus Gedächtnis und Einprägung feucht fixiert. Die Leinwand ist das Licht, die monochrome Farbe der Schatten des Bildes.

Da sind auch viele gewissermaßen schwimmende Gesichter dabei, schlafende, tief schlafende, manchmal dem Tode nahe scheinende Gesichter oft schöner Frauen. Amor-Motive oder auch Holbeins im Grabe liegender Christus umreißen die Thematik von Liebe und Tod, von Feuer und Wasser.

Eine besonders originelle Technik widmet Mammel dem »Holzfäller« des schweizerischen Nationalmalers Ferdinand Hodler, ein Motiv, das schon durch den Auftrag, einen 50-Franken-Schein zu illustrieren, geradezu omnipräsent ist über das nachgefertigte Ölbild in Paris hinaus. Mammel paraphrasiert diese Ikone auf ganz eigene Weise (»Der fliegende Hodler«) und auch wieder doppelt. Zum einen dreht er sie von einem kraftvoll Fällenden zu einem seiner stabilen Füße Beraubten, in einen suggestiven Strudel Stürzenden. Zum anderen setzt er – im Abstand von einem Meter, sodass ein Mensch dazwischen passt – vor das holzschnitthafte Großformat ein bemaltes Gazetuch mit dem gleichen Motiv. Das hat eine seltsam irisierende, schwindelerregende Wirkung, abhängig auch von der Entfernung des Betrachters.

Der kann in den weiten, weißen Hallen dann wieder auch ganz andere visuelle Erfahrungen mit Mammels Arbeiten machen. Und sei es beim entspannten Fernsehen auf dem alten Sofa.

Martin Bernklau
www.gea.de, Online-Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers

06.07.2018