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SCHNEE - Neue Bilder von Dieter Mammel

16. Januar bis 28. Februar 2026
Eröffnung: Donnerstag, 15. Januar 2026, 18-21 Uhr
Begrüßung gegen 19 Uhr

Zur Eröffnung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Der Künstler ist anwesend.

POLL Galerie + Kunsthandel in Berlin GmbH
Gipsstraße 3, Quergebäude, Parterre
10119 Berlin-Mitte

Mit „SCHNEE“, ihrer ersten Einzelausstellung von Dieter Mammel, präsentiert die Galerie Poll neue Bilder des Malers. Mit diesen seit 2024 entstandenen Arbeiten schlägt Mammel ein neues Kapitel seines Schaffens auf.

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Nach der Ausstellung „LIFELINE" mit 100 Gemälden aus über zwanzig Jahren, in denen der Künstler Wege seiner Familie und aus seinem persönlichen Umfeld nachzeichnet und die von Mai 2024 bis Januar 2026 von drei Museen in Rumänien, Serbien und Deutschland gezeigt wird, steht der Mensch in den neuen Bildern des Malers nicht mehr im Zentrum.

Ausgangspunkt der neuen Werkserie ist die Wahl eines anderen Malgrundes: Anstelle der bis dahin verwendeten ungrundierten weißen Leinwand wechselt Mammel zu naturfarbenem Leinen. Seine über mehr als zwei Jahrzehnte praktizierte Technik – das skizzenhafte Malen mit Tusche auf nasser Leinwand – führt auf dem Leinen nicht zu den erprobten wässrigen Verlaufsformen der stets monochrom eingesetzten Farbe.

Der Künstler besinnt sich daraufhin auf die während seines Studiums erlernte Technik der Grundierung der Leinwand mit Knochenleim. Das Grundierweiß wird zum charakteristischen Ausdrucksmittel seiner neuen Bilder. Wie Schnee liegt es flächig auf dem Leinen. Anfangs mit cyanfarbiger, dann mit schwarzer Tusche malt Mammel nun seine Motive mit dem Grundierweiß: Hütten, Zäune, Berge, Flussläufe oder Strommasten. Allen Motiven gemeinsam ist die weite, meist menschenleere Winterlandschaft in einer Gegend, an die sich der Künstler aus Kindheitstagen auf der schwäbischen Alb erinnert.

Mit „Die Anderen und ich“ von 2024 ist auch das erste in der neuen Technik entstandene Gemälde ausgestellt. Am oberen linken Rand befindet sich ein Tannenwald, im Vorder- und Mittelgrund schlängelt sich ein Fluss durch den Schnee, der sich am Horizont verliert. Die dicht stehenden Bäume, so Dieter Mammel, waren in seiner kindlichen Vorstellung „die Anderen“ und er selbst der Fluss.

Leere Flächen und die Reduktion auf Schwarz und Weiß zeichnen die neuen Bilder aus. An manchen Stellen lässt der Künstler die naturfarbene Leinwand bewusst unbearbeitet stehen. Auf eine Rahmung verzichtet er und erreicht so eine Offenheit der Motive über die Bildgrenze hinaus.

Mit Holzschnitten hat Dieter Mammel seine künstlerische Laufbahn begonnen. Davon ausgehend, hat er sich in seiner Malerei auf Licht und Schatten konzentriert. Mit seinen neuen Bildern besinnt sich der Künstler auf seine Anfänge.

Kunstwerk der Woche
Dieter Mammel LIFELINE
Galerie Hübner+Hübner 

11. Oktober - 08. November 2024

Über die Tür des kleinen Raumes in der Ausstellung hat Dieter Mammel das anspielungsreiche Bild eines Fadenspiels gehängt. Es lässt Erinnerungen an die Kindheit aufkommen, fordert zum Eingreifen auf und erzeugt mit dem schemenhaften dunklen Hintergrund eine bedeutungsschwere Stimmung, die zu der melancholischen Ausstrahlung andere Bilder der Ausstellung passt. Die von den Fäden gebildeten Linien sind bereits einmal gekreuzt und eingedreht und deuten auf die ersten Züge des Spieles hin. Sie bilden einen Auftakt zur Ausstellung mit Lebenslinien, die Verlauf oder Geschichten aus einem Leben darstellen könnten auch ohne Menschen auf den Bildern zu zeigen, wie wir es bisher von Dieter Mammel gewohnt sind. Mit reduzierten Mitteln und die weitgehende Vermeidung der menschlichen Figur sucht der Künstler nun einen neuen Ausdruck. Die Impulse erhielt er, als er in diesem Jahr im Zusammenhang der großen Einzelausstellungen im Kunstmuseum in Timișoara und dem Nationalmuseum in Pančevo mit seiner Mutter Orte der alten Heimat besuchte. Hier wurden die Fluchtmomente der Familie wieder präsent und flossen in einer klaren und reduzierten Sprache in die Kompositionen hinein. Es sind keine menschlichen Figuren mehr, die Geschichten erzählen und Emotionen transportieren, sondern mit unzerfransten Linien durchzogene Landschaften, die eher an Fotografie als an fließende Tusche erinnern.

Eine Linie entsteht durch einen Punkt, der spazieren geht, wie Paul Klee anmerken würde. Durch dieses zunächst einmal künstlerische Mittel entsteht eine Bewegung. Gleichzeitig verbindet eine Linie mit dem Anfang und dem Ende auch zwei Punkte. Diese Verbindung kann man auch als Weg verstehen und diesen symbolisiert als Lebensweg auffassen. Der Ausstellungstitel Lifeline (Lebenslinie) legt derartige Gedanken nahe. In der Galerie zeigt Dieter Mammel ebenfalls ein Bild mit einer prägnant gesetzten sich schlängelnden Linie, die von einem in seiner Familien-geschichte wichtigen Haus wegführt und keine Verbindung mehr zu ihm hat. Wie eine abgetrennte Nabelschnur? Diese Sichtweise hat Dieter Mammel sehr berührt.
In dem Bild Über Land gibt es kein Haus und damit keinen Inbegriff für Heimat und Geborgenheit. Hier führt uns Dieter Mammel allein in eine Landschaft, in der nur die geräumte Straße und die intakten Kabel von menschlicher Gegenwart zeugen. Einige Elemente strahlen Trostlosigkeit aus wie die komplett vom Schnee bedeckte Vegetation und der durch viele Grautöne trüb wirkende Himmel. Die Straße ist jedoch keine Sackgasse, denn sie führt hinter dem Horizont an ein Ziel, das allerdings im Verborgenen bleibt. Die schwarzen Linien, die gefühlte Farblosigkeit und der vergleichsweise tiefe Horizont lassen einen Raum entstehen, der sich für eigene Emotionen und Reflexionen öffnen kann. Der vorgezeichnete Weg verläuft in Kurven und ist teilweise nicht zu erkennen. Ihn zu gehen ist sicherlich kein Kinderspiel. - Die Lebensliniender Ausstellung sind unter dem Eindruck der Begegnung mit der eigenen, persönlichen Familiengeschichte entstanden. Die in Folge gemalten Bilder sind aber so, dass jeder die Fragen und Antworten der unterschiedlichen, in sie hineingeflossenen Biographien intuitiv nachvollziehen könnte.
 
Hanneke Heinemann
 
Abbildung: Dieter Mammel Über Land, 2024, Tusche, Grundierweiß auf Leinwand, 140 x 250 cm

Positions Berlin Art Fair
Tempelhofer Flughafen  

12.-15. September 2024

Galerie Hübner+Hübner
Halle 7 Stand D10

Dieter Mammel wird am 12.09. von 14:00 - 21:00 persönlich anwesend sein.